Heitmatkreisgemeinschaft Bartenstein/Ostpr. e.V.

Stand heute PDF Drucken E-Mail

Die Verwaltung des heutigen, polnischen Kreises Bartenstein (pol. Powiat Bartoszyce) gliedert sich in 6 Verwaltungseinheiten.

Während die ersten 3 Verwaltungsbezirke größtenteils im ehemaligen Kreis Bartenstein lagen, sind die anderen 3 neu hinzugekommen.
Im Süden, aus dem ehemaligen Kreis Rößel die Stadt Bischofstein und Umgebung sowie im Westen, aus dem ehemaligen Kreis Preußisch-Eylau die Stadt Landsberg und Umgebung.

Kreis Bartenstein: zum Landkreis Bartenstein gehören heute:

 

  1. Stadt Bartenstein (Miasta Bartoszyce)
  2. Landgemeinde Bartenstein (Gmina Bartoszyce),
  3. Stadt und Landgemeinde Schippenbeil (Miasta i Gmina Sepopol)
  4. Stadt und Landgemeinde Bischofstein (Miasta i Gmina Bisztynek)
  5. Stadt Landsberg (Miasta Gorowo Ilaweckie)
  6. Landgemeinde Landsberg ( Gmina Gorowo Ilaweckie)

Landrat ist Wojciech Prokocki (Ende 2014 wiedergewählt), sein Stellvertreter Zbigniew Nadolny (war früher schon Landrat).

In Verantwortung des Landkreises liegen u. a.

das Kreiskrankenhaus „Woitila“ in Bartenstein

das „Malteser“-Erziehungs-Schul-Sonderzentrum in Bartenstein (Behindertenschule)

das Altersheim in Schönbruch

Stadt Bartenstein:

Die Kreisstadt an der Alle mit ca. 25.000 Einwohnern auf einer Fläche von 11 qkm kann als Mittelzentrum im Norden der Woiwodschaft Ermland-Masuren bezeichnet werden.

Bürgermeister ist seit Dez. 2014 Piotr Petrykowski. Das Rathaus (Verwaltung) ist im Gebäude der ehemaligen Bartensteiner Zeitung untergebracht.

Seit 24.09.2002 besteht ein Partnerschaftsvertrag mit Nienburg/Weser.

Kirchen: heute gibt es in der Stadt 4 katholische Kirchen – Stadtkirche, Johanniskirche, St. Bruno, Bruder-Albert-Kirche (1990) - und die griechisch-katholische St.-Andreas-Kirche.

Die kleine evangelisch-lutherische Diasporagemeinde besitzt ein bescheidenes, kleines gottesdienstliches Zentrum (Filialgemeinde von Rastenburg).

Wasserversorgung/Kläranlagen:

In der Stadt besteht eine zentrale Wasserversorgung und eine Kläranlage

Kultur:

Im Kulturhaus gibt es regelmäßige Veranstaltungsangebote

Gemeinde Bartenstein:

Die Landgemeinde, zu der die Stadt nicht gehört, mit ca. 11.000 Einwohnern umfasst eine Fläche von 428 qkm, wovon 71 % landwirtschaftlich genutzt wird.

Landbürgermeisterin ist Wójt Jadwiga Gut (2 x wiedergewählt).

Die Verwaltung ist untergebracht unterhalb der Gaststätte „Speicher“ neben dem ehem. Finanzamt.

Zur Landgemeinde Bartoszyce gehören 111 umliegende Ortschaften, die 30 Schulzenämtern zugeordnet sind.

Alle Ortschaften, die 1945 nicht zum Kreis Bartenstein gehörten, sind kursiv aufgeführt:

Albrechtsdorf, Ardappen, Assmanns, Bellinen, Beyditten, Bartelsdorf, Beisleiden, Bonschen, Borchertsdorf, Borken, Brostkersten, Buchau, Charlottenberg, Damerau, Dietrichswalde, Erwienen, Falkenau, Fauthshof, Gahlkeim, Gallingen, Klein Gallingen, Glittennen, Glommen, Gomthenen, Grommelsdorf, Gross Kärthen, Klein Kärthen, Gross Schwansfeld, Gross Schwaraunen, Klein Schwaraunen, Groß Sonnenburg, Gross Sporwitten, Gross Wallhof, Klein Wallhof, Hermenhagen, Hilff, Kinkheim, Kirschlitten, Königs, Kromargen, Kraftshagen, Kraphausen, Lapkeim, Legden, Legienen, Liekheim, Lipphausen, Loschkeim, Losgehnen, Louisenruh, Loyden, Mathiashof, Marguhnen, Markhausen, Markienen, Maxkeim, Minten, Mollwitten,  Nohnen, Oberhausen, Perguschen, Perkau, Perkuiken, Perscheln, Pillwen, Plensen, Polenzhof, Poschloschen, Quossen, Reddenau, Sandlack, Sauerschienen, Schreibershöfchen, Siddau, Skitten, Sortlack, Spittehnen, Sporgeln, Stettinen, Tappelkeim, Tolks, Trautenau, Tromitten, Wangritten, Wehrwilten, Weischnuren, Wieplack, Wordommen, Worglitten, Zohlen.

Wasserversorgung/Kläranlagen:

Eine zentrale Wasserversorgung und Kläranlage gibt es in Beisleiden. In den kleinen Ortschaften überwiegen noch Einzelbrunnen und Hausklärgruben

3. Schippenbeil heute – Sepopol

 

Wir wollen heute das Gebiet der Stadt- und Landgemeinde Schippenbeil vorstellen. Zum Verwaltungsgebiet gehören heute, neben der Stadt Schippenbeil, die 21 eingegliederten Gemeinden:

Juditten (Judyty), Klingenberg (Ostre Bardo), Landskron (Smolanka), Langendorf (Długa), Langhanken (Langanki), Liesken (Liski), Massaunen (Masuny), Passlack (Pasławki), Teile der Gemarkung von Polkitten, das nicht mehr existiert und teilweise auf der russ. Seite liegt; Romsdorf (Romankowo), Rosenort (Różyna), Roskeim (Roskajmy), Schippenbeil (Sępopol), Schönbruch (Szczurkowo), Stolzenfeld (Stopki), Wöterkeim (Wiatrowiec)

Im Osten, kamen aus dem früheren Nachbarkreis Gerdauen (rus. Zeleznodoroznyi) die Gemeinden: Dietrichsdorf (Dzietrzychowo), Gerkiehnen (Gierkiny), Lindenau (Lipica), Löwenstein (Lwowiec) und Mamlack (Majmławka) hinzu.

Insgesamt besteht die heute 246 qkm große Landgemeinde aus der Stadt Schippenbeil und

47 Siedlungen mit insgesamt ca. 7.150 Einwohnern, von denen ca. 2.250 in der Stadt Schippenbeil leben.

Geprägt ist die Gemeinde von der über 20 km langen Grenze zum Königsberger Gebiet (Oblast Kaliningrad), inzwischen EU-Außengrenze!

Verwaltung:

Bürgermeisterin wurde im Dezember 2014 Irena Wołosiuk; davor war seit 05.12.2010 Grzegorz Mucha (vorher Chef der Grenzpolizei) Bürgermeister. Von 2002 bis Ende 2010 war Dorota Gorecka Bürgermeisterin. 26 Angestellte betreuen im Rathaus die Einwohner. In der Stadt werden sie von 3, und in den Gemeinden von insgesamt 20 Gemeindevorstehern unterstützt.

Der Bauhof mit 17 Arbeitern ist zuständig für vielfältige Aufgaben, so z. B. für die Unterhaltung von ca. 350 km Gemeinde- und Kreisstrassen im Gebiet der Flächengemeinde. Hinzu  kommen das kommunale Wohnungswesen, die Reinigung der öffentlichen Flächen, Müllentsorgung, Kommunalfriedhofsverwaltung, und auf Bestellung sonstige andere Dienstleistungen.

In der Stadt gibt es eine zentrale Wasserversorgung und eine Kläranlage; in den Landgemeinden überwiegen noch Hausklärgruben und Einzelbrunnen.

Zur Zeit sind 35 Siedlungsorte an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen. Die Erweiterung der Wasserversorgung wird dadurch erschwert, dass es keinen „Anschluss- und Benutzungszwang“ ( wie in Deutschland ) gibt. So ist der Bau einer neuen Wasserleitung für einen Ort mit 50 Haushalten unrentabel, wenn schließlich nur 5 von den Haushalten anschließen.

Kläranlagen gibt es außer in Schippenbeil (für ca. 2.700 Einw.), in Liesken (für ca. 500 Einw.), und in Dietrichsdorf (für ca. 450 Einw.).

Geplant wird z. Zt. die Kläranlage für Langhanken.

Vom Sozialamt werden sozial schwache Leute betreut und unterstützt. Auch das Wohngeld wird vom Sozialamt ausgezahlt.

Ein Altersheim befindet sich in der ehemaligen Schule von Schönbruch.

In der Gemeinde existieren vier Freiwillige Feuerwehrabteilungen: In Schippenbeil, in Rosenort, in Juditten und in Lindenau.

Schulen, Kindergärten:

In Schippenbeil gibt es eine Grundschule (von Klasse 0 bis Klasse 6) und eine Hauptschule (Klasse 7 bis Klasse 9); Grundschulen befinden sich auch in Wörterkeim, in Groß Poninken und in Dietrichsdorf.

In Schippenbeil gibt es einen Kindergarten.

In vielen Orten sind BBS (= Bürger-Begegnungs-Stätte), die durch das Kulturhaus verwaltet sind.

In Schippenbeil befindet sich ein Kulturhaus mit Bibliothek mit freizugänglichem Internet. Bibliotheken gibt es auch in Wörterkeim und in Woduhnkeim. In den Kulturhäusern wird Kindern die Möglichkeit gegeben Gitarre spielen, Tanzen, Malen, Fremdsprachen usw. zu erlernen.

In den Schulen wird warmes Essen angeboten, für bedürftige Kinder übernimmt das Sozialamt die Kosten.

In Schippenbeil gibt es einen Sportverein und einen Fußballclub. Der Fußballklub heißt LKS Lyna (Alle) und spielt in der Bezirksliga u.a. gegen Bartenstein, Lyck und Rastenburg.

Industrie und Landwirtschaft:

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Angebaut werden, Getreide, Rüben, Möhren, sowie verschiedene Beeren. Auf ersten Flächen werden Pflanzen für erneuerbare Energien angebaut. Auch Milch- und Fleischerzeugung ist vorhanden. Einige Imker widmen sich der Honiggewinnung.

Viele von den Landwirten sind Großgrundbesitzer, was das Gebiet Sepopol (Schippenbeil) vom übrigen Polen unterscheidet. Es gibt so gut wie kein Ödland.

Warm- und Kaltblutpferde werden, außer in Liesken, auch an anderen Orten in der Landgemeinde gezüchtet.

Ein Gärtner in Schippenbeil, im Stadtwaldweg, produziert mit Erfolg Tomaten und Blumen. Und in der Landskroner Strasse gibt es einen Rosenzüchter.

Weitere Arbeitsplätze bietet der Schlachthof, das Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung und ein Turbinenhersteller am Guberkanal. Desweiteren gibt es in Schippenbeil einen Steinmetz.

Handel und Gewerbe:

Zur Deckung des Grundbedarfs sind verschiedene Lebensmittel-, Bäckereien, Konditorei und Haushaltswarengeschäfte vorhanden. Zwei Tankstellen, ein landwirtschaftlicher Handel (Getreide, Futter, Dünger, Pflanzschutzmittel), ein Rinderhandel, eine Metallhandelsfirma mit Kunststoff- und Kfz.-Entsorgung, sowie ein Blumengeschäft und eine Buchhandlung ergänzen das Angebot.

Dienstleistungen:

Eine Kfz.-Reparaturwerkstatt, 3 Frisöre,  ein Schuhmacher, ein Buchhaltungsbüro, ein Versicherungsbüro, eine Rehabilitationspraxis, ein Spediteur, ein Taxi, sowie mehrere Baufirmen erweitern das Angebot.

An Gastronomie gibt es in Schippenbeil eine Gaststätte neben der Bahnhofstrasse und eine große Gaststätte mit drei Sälen am Marktplatz, sowie eine richtige Kneipe.

Allgemeinarzt-Praxen, zwei Apotheken, zwei Zahnärzte, eine Tierarztpraxis sind vorhanden.

Die beiden Großbanken (PKO BP, BS)sind mit Filialen vertreten.

Post, Polizei, Grenzschutz und das Elektrizitätswerk sind staatliche Arbeitgeber.

Dem wirtschaftlichen Wandel nach der Wende, fielen die Molkerei, die Druckerei, die Flachsfabrik, drei große LPGs und die Handelsgenossenschaft zum Opfer. Sie gingen schlicht gesagt pleite. So liegt die Arbeitslosenquote heute leider noch bei 35 %.

Die Gemeinde sucht daher Investoren z.B. für Flachsverarbeitung, erneuerbare Energien z.B. aus Stroh oder Holz. Zur Umsetzung dieser Bemühungen wird z.Zt. an einem Flächen-nutzungsplan gearbeitet.

Auch Lebensmittelhersteller oder Verarbeitungsbetriebe für Agrarprodukte sind denkbar. Die Gemeinde will auch in Wind- und Wasserenergie investieren.

Finanzen:

Der Gemeindehaushalt umfasste z. B. 2007 ein Volumen von 16,5 Mio PLN (= ca. 4,85 Mio €), der Schuldenstand betrug 5,7 Mio PLN (= ca. 1,7 Mio €) oder 234,- € / je Einw.

Touristik:

Die landschaftlich reizvolle Lage mit mehreren Naturschutzgebieten bietet u. a. drei ausgeschilderte, ca. 30 km lange, interessante und ebene Fahrradtrassen, Wassertouristik auf der Alle wird angeboten und der Bau eines Campingplatzes in Stolzenfeld wird vorbereitet. Viele andere Sehenswürdigkeiten – z. B. das Storchendorf Schönbruch oder das Gestüt Liesken – runden das touristisch interessante Bild ab.

In Romsdorf und in Liesken werden Übernachtungsmöglichkeiten mit Vollpension angeboten.

(zusammengestellt im Mai 2008 vom stv. Bgmstr. Bogdan Suchostawski, ergänzt Feb. 2015 von Ch. v. d. Groeben)



im russischen Teil:

4. Stadt- und Landgemeinde Friedland heute - Prawdinsk

sowie Domnau - Domnowo

Auf der russischen Seite des ehemaligen Kreises Bartenstein dominiert die Stadt Friedland, die ja bis 1902 selbst Kreisstadt unseres Kreises war, der noch bis 1927 Kreis Friedland hieß. Der heutige Rayon Prawdinsk hat eine Größe von 1.300 qkm, davon 71.700 ha landwirtschaftliche Fläche, 29.600 ha Wald und 1.900 ha Wasserflächen.

Am 01.10.2010 wohnten im Kreis 21.700 Menschen, davon 7.400 in den Städten Friedland und Gerdauen und 14.300 in den 106 Dörfern.

Gemeinden:

Neben der Stadt Friedland (mit 4.450 Einw.), Domnau (mit 780 Einw. auch keine Stadt mehr) und den jeweils dazu gehörigen Ortsteilen (Dörfern) wurden aus den ehem. Nachbarkreisen auch noch Gerdauen (21 km im Südosten mit 2.836 Einw., mit Eingemeindungen 6.454 Einw.) und Allenburg (12 km im Nordosten mit 528 Einw., mit Eingemeindungen 2.665 Einw.) dazugegeben.

Zur Gemeinde Friedland Bgmstr. Piotr Sedov (mit Eingemeindungen 9.088 Einw.) gehören heute die ehemaligen Gemeinden (mit dazu gehörigen Dörfern und Wohnplätzen):

Allenau, Althof, Böttchersdorf, Abbarten, Botkeim, Grünwalde, Ludwigshof und Sophienthal von Deutsch Wilten, Dietrichswalde, Georgenau, Heinrichsdorf, Heyde, Hohenstein, Karschau, Kipitten, Klein Schönau, Amalienberg, Gostkow und Pohiebels von Klingenberg, Kukehnen, Mertensdorf, Schönwalde, Schwönau, Wohnsdorf, Pelklack von Wolmen.

Zur Gemeinde Domnau (mit Eingemeindungen 3.178 Einw.) die über eine nur kleine Verwaltung verfügt, gehören die ehemaligen Gemeinden:

Deutsch Wilten (Rest), Eisenbart, Galitten, Genditten, Kapsitten, Groß Klitten, Groß Sporwitten, Korwlack von Klingenberg, Preußisch Wilten, Rambsen und Wicken von Schönbruch, Sehmen, Stockheim und Wolmen. Aus dem ehem. Nachbarkreis ist noch Almenhausen, Ober- und Blankenau sowie Grünbaum ? dazugekommen.

So wohnen heute hier im Kreis Friedland nur 16,6 Pers./qkm; die „Landflucht“ und Strukturschwäche gegenüber dem 53 km entfernten Königsberg beschleunigen diese dünne Besiedlung.

Die Grenze zur jetzt polnischen Seite (EU-Außengrenze) hat eine Länge von 55 km; im Kreisgebiet sind 455 km Straßen (allerdings keine überregionalen) zu unterhalten, davon

298 km Asphaltstraßen und 157 km befestigte Landstraßen.

Verwaltung:

Bürgermeister in Friedland ist Piotr Sedov seit 09.10.2005, der in der 2. Amtsperiode bis 2015 gewählt wurde.

Landrat des Kreises Friedland ist seit 13.03.2011 Wladimir Bakalin.

In Domnau wird eine kleine Verwaltung mit 7 Angestellten von der Bürgermeisterin Tatjana Tschernjatjewa geführt.

Industrie / Gewerbe:

In der Friedländer Molkerei sind 91 Beschäftigte, die im Jahr 2010 über 1.709 to Milchprodukte, 66,8 to Butter und 83,8 to Käse herstellten.

Als Industriegebiete sind in Friedland 2 Flächen mit insgesamt 218 ha ausgewiesen, davon 55 ha im Eigentum der Stadt. Bisher sind ein Fleischbearbeitungsbetrieb, eine Veterinärstation und mehrere kleine Betriebe angesiedelt.

Das Wasserkraftwerk an der Alle, das täglich noch stundenweise Strom produziert, besteht seit 1924 als „Ostpreußenwerk“.

Schulen:

Für 2.010 Schulkinder gibt es 6 allgemeinbildende Schulen in Friedland, Gerdauen, Domnau, Allenburg, Nordenburg, Klein Gnie und eine Grundschule in Almenhausen; eine Sportschule sowie eine Kunst- und Musikschule in Friedland, auch eine Musikschule in Gerdauen (in beiden Schulen insgesamt 170 Schüler). Weiterhin gibt es eine Gebietsinternatsschule in Gerdauen und ein Waisenhaus für 50 Kinder in Friedland. Ein Sozialheim für 20 Kinder gibt es bei Gerdauen

Kindergärten:

Im Kreis bestehen 11 Kindergärten für 568 Kinder.

Finanzen:

Der Gemeindehaushalt der Stadt Friedland betrug im Jahr 2009 ca. 70 Mio. Rubel (= ca. 1,75 Mio. EUR)

Der Gemeindehaushalt von Domnau  betrug 2009 9.467.200 Rubel (= 236.680 EUR).

Wasserversorgung:

Zentrale Wasserversorgung gibt es in Friedland, Gerdauen, Domnau, Allenburg, KleinGnie, Allenau, Gross Wohnsdorf und weiteren Orten. In den kleinen Dörfern und Wohnplätzen werden weiterhin Hausbrunnen genutzt. Im Jahr 2010 wurde in Friedland eine Wasserreinigungsstation installiert.

Kläranlagen:

Seit 2010 ist Friedland an eine Sammelkläranlage angeschlossen; sonst werden auf dem Land weiter die Hausklärgruben betrieben.

Gas: Im Jahr 2010 wurde die Gasleitung von Wehlau nach Friedland gebaut.

Dienstleistungen:

Banken: Filiale der „Sberbank“ (Sparkasse).

Kreiskrankenhaus mit 55 Betten + 30 Betten für Ambulanz in Gerdauen; eine Poliklinik in Friedland; mehrere Apotheken.

Diverse Geschäfte, Autoreparaturwerkstätten, Tankstellen, Baugeschäfte und eine öffentliche Badeanstalt (mit Sauna) gibt es in Friedland.

Seit 2010 wird in Friedland auch ein privates Taxi angeboten (eine Fahrt in der Stadt für ca, 1,25 EUR)

Gastronomie, Touristik:

In Friedland gibt es einige Cafés und Bars, aber kein Hotel.

Kultur: Im Kreis sind mehrere (20) Kulturhäuser, 16 Bibliotheken, 8 öffentliche und ein privates Museum sowie ein Kreisheimatmuseum in Friedland.

Zweimal wöchentlich erscheint die Kreiszeitung „Wernyj Putj“ („Der richtige Weg“) in einer Auflage von 1.389 Exemplaren.

Kirchen:

Auf der russischen Seite wurden – im Gegensatz zur polnischen Seite – fast alle Kirchen zerstört. Eine der wenigen erhaltenen ist die mit deutscher Hilfe wiedererbaute Kirche in Friedland (Fertigstellung im Jahr 2006), die heute von der russ.-orthodoxen Kirche genutzt wird. Auch die Domnauer Kirche wurde mit deutscher Hilfe baulich wiederhergestellt, wird aber nach wie vor als Kornspeicher genutzt. Das heutige evangelische Gemeindezentrum in Domnau ist der ehemalige Speicher der Mühle. Der Kirchturm in Allenburg wurde wiederhergestellt. Für die Russisch-Orthodoxe Kirche gibt es damit heute zwei Gemeinden, sowie eine Lutherische und eine Neuapostolische Kirchengemeinde.

(zusammengestellt von Wladimir und Katja Goussev; Friedland-Prawdinsk im Feb. 2011)